Geboren am 06. September 1962 und aufgewachsen bin ich in Pforzheim-Dillweißenstein. Abgesehen davon, dass Dillweißenstein und speziell Weißenstein eine echte Spießerenklave ist, liegt dieser Stadtteil Pforzheims sehr schön gelegen am nördlichen Rande des Schwarzwalds.

ich habe 1979 die Schule-, oder die Schule mich überstanden, keine Ahnung wer mehr gelitten hat. Da der Vater den Beruf des Stahlgraveurs erlernt hatte, war es naheliegend, dass der Sohnemann ebenfalls diesen Beruf erlernt. „Da hast du Arbeit bis zur Rente“ – das Leben hat mich dann später eines Besseren belehrt. Aber eine wirkliche Wahl blieb mir nicht. Also habe ich die Lehre des Graveurs angetreten und das auch noch recht erfolgreich. Die Motivation hatte dann sogar noch für eine spätere Meisterausbildung gereicht.

Am 02. Juni 1988 habe ich dann meinen eigenen kleinen Gravierbetrieb unter dem Firmennamen ProGrav gegründet. Die Fertigung von kleinsten Punzierungsstempel für die Schmuckwarenindustrie war ein elementarer Bestandteil des noch immer bestehenden Betriebs. Noch heute zählen Schmuckwarenhersteller zu meinen langjährigen Kunden, die mir bei der Bewerbung in ihrem Betrieb auf einen Ausbildungsplatz als Graveur attestierten, dass das Talent für den Graveurberuf nicht reichen würde.

Irgendwie war das aber nicht das Maß aller Dinge. Zu dieser Zeit keimte das zarte Pflänzchen „Internet“ auf. Als absoluter Technikfreak hatte ich endlich meine Passion gefunden. 1989 hatte ich die erste primitive Website bei t-online gebastelt. Es standen 2MB Serverspeicher und ein 9600 KB Modem zum hochladen der Daten von 1und1 zur Verfügung. Es folgten die ersten einfachen Onlineshops und Websites. Die Begeisterung hält mich bis heute im Bann und es entstanden in den folgenden Jahren unzählige eigene Projekte, sowie Auftragsarbeiten im Bereich Internet und Printmedien.

Da der Stern der Schmuckwarenhersteller durch Schließungen und Insolvenzen kontinuierlich am sinken war, musste ein zweites Standbein her. Das war auch 2001 schnell gefunden. Stempel waren ab sofort die neue Zielgruppe. Zunächst nur normale Stempel für Büro und Haushalt. Der Preisdruck durch immer mehr Billiganbieter in diesem Segment zwang zum Umdenken. Ab sofort suchte ich mein Heil in der Fertigung von individuell gefertigten und personalisierten Stempeln für ganz verschiedene Zielgruppen.

Da war doch noch was zu Dürer´s Zeiten (übrigens ein Berufskollege). Exlibris lautete das Zauberwort. Stempel für Buchliebhaber, liebevoll gestaltet mit vielen unterschiedlichen Motiven und dem eigenen Wunschnamen. Gestempelt werden diese Bucheignerzeichen in die Büchersammlung der Kunden als Eigentumskennzeichnung. Gefolgt von Logbuch-Stempeln für Geocacher, Taucher und speziell für kreative Menschen gehören Handmadstempel und Homemadestempel zum festen Fertigungsprogramm. Alle Designs werden einzigartig entworfen und sind bei keinem anderen Hersteller zu haben – Unikate sozusagen.

Zu Zeiten als die Finanzkrise tobte brachen die Geschäfte in der ohnehin schon lange gebeutelten Schmuckwarenindustrie nochmals kräftig ein. Während die Banken mit Steuergeldern gerettet wurde, musste der „kleine Mann“ zusehen, wie er künftig über die Runde kommt. Das war der Anlass sich irgendwie ein Beibrot zu verdienen. Für mich persönlich bedeutete dies, dass ich bis heute in einer sozialen Einrichtung für ältere Menschen tätig bin. Anfangs als Nebentätigkeit, inzwischen hauptberuflich. Wie überall, wenn sich etwas verändert, lernt man auch etwas dazu. So ist der ursprüngliche Nebenjob nicht nur wirtschaftlich, sondern auch zwischenmenschlich ein Gewinn für mich geworden.

Wenn dann noch die Zeit reicht, dann widme ich mich meinen Hobbys , das sind in erster Linie meine Hunde und die Liebe zur Musik. Letzteres endete dann mal wieder in einem ganz eigenen Projekt: Sound4you – Veranstaltungstechnik. Mit Licht- und Tontechnik bin ich bei Hochzeiten, Vereinsfesten, Geburtstagsfeiern und Jubiläen unterwegs um den Menschen (hoffentlich) einige schöne Stunden und Feste zu bieten. Erfolg bedeutet in diesem Fall, es zu schaffen die Massen auf die Tanzfläche zu bekommen, und nicht der Profit, der sowieso jedesmal durch Neuanschaffungen in Licht- und Tontechnik zunichte ist. Ein Nonprofit-Projekt nennt man das neuzeitlich, brotlose Kunst nannte man solche Vorhaben früher.